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[Book Chat] The Illuminae Files – Amie Kaufman & Jay Kristoff

Illuminae hat die Büchercommunity im Sturm erobert – im Herbst 2015 bereits den englischsprachigen Raum, letzten Herbst auch hier in Deutschland. Diesen März kam auf Englisch der dritte und letzte Band der Reihe raus und ich bin in großer Hoffnung bereits eine Woche vor Veröffentlichung in unseren Thalia spaziert und siehe da, ich hatte Glück und konnte bereits Obsidio frühzeitig erwerben. Nach so langer Wartezeit möchte man aber auch keinen Tag zu viel warten!

Das Buch habe ich innerhalb weniger Tage beendet und nehme das Mal zum Anlass kurz über die gesamte Reihe zu schreiben. Denn sie hat auf jeden Fall einen großen Platz in meinem Herzen eingenommen. Ich werde hier auch nur den Klappentext des ersten Bandes veröffentlichen und bin spoilerfrei geblieben. Da ich trotzdem weiß, wie schnell sich durch Rezensionen und Kommentare bestimmte Erwartungshaltungen und Gedanken festsetzen können, die einen beim Lesen nicht aus dem Kopf gehen wollen – Lesen auf eigene Gefahr.

Klappentext

This morning, Kady thought breaking up with Ezra was the hardest thing she’d have to do. This afternoon, her planet was invaded.

The year is 2575, and two rival megacorporations are at war over a planet that’s little more than an ice-covered speck at the edge of the universe. Too bad nobody thought to warn the people living on it. With enemy fire raining down on them, Kady and Ezra—who are barely even talking to each other—are forced to fight their way onto an evacuating fleet, with an enemy warship in hot pursuit.

But their problems are just getting started. A deadly plague has broken out and is mutating, with terrifying results; the fleet’s AI, which should be protecting them, may actually be their enemy; and nobody in charge will say what’s really going on. As Kady hacks into a tangled web of data to find the truth, it’s clear only one person can help her bring it all to light: the ex-boyfriend she swore she’d never speak to again. (Quelle)

Illuminae ist nicht für jeden etwas. Durch den Aufbau in Logbüchern, Kameraaufnahmen und Illustrationen ist eine gewisse Aufmerksamkeit erforderlich um der Grundaufbau der Geschichte zu verstehen. Aber sobald man drin ist, lässt einen die Geschichte nicht mehr los! Jedes der drei Bücher stellt weitere Charaktere vor, wobei die bereits bekannten auch alle weiterhin auftauchen. Wirklich jeder Charakter ist einzigartig und hat einen elementaren Anteil am Verlauf der Geschichte. Von allen „Charakteren“ ist vermutlich AIDAN der besonderste – die AI, die einem im ersten Buch als verrückt gewordenes Computerprogramm vorgestellt wird. Aber AIDAN bringt auch so viele neue Denkansätze in die Geschichte – besteht eine AI wirklich nur Datensätzen oder können sich daraus echte Gedanken entwickeln?

Am I Not Merciful?

Bei den restlichen Charakteren muss man sich natürlich bewusst sein, dass es sich nun mal um ein YA Buch handelt, wodurch sie sich alle noch im Teenageralter befinden. Ob in dem Alter die Fähigkeiten der Charaktere realistisch sind, sei mal dahingestellt. Realität macht sich in YA Science-Fiction ja sowieso nicht so gut. Wenn man darüber hinweg sieht dann bekommt man wunderbar ausgearbeitete Charaktere, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Nicht umsonst sind die Chatlogs an dutzenden Stellen ausgeschwärtzt.

Einer der Gründe warum mich das erste Buch so mitgenommen hat war auch die Brutalität und Rücksichtslosigkeit. Da blättert man einmal um und schon wird man mit krassen Storywendungen konfrontiert, die einem erstmal den Atem nehmen und alles in Frage stellen lässt. Wie oft habe ich mir beim ersten Buch gedacht „Kann das wirklich sein?“ und man wurde noch seitenweise im Dunkeln darüber gelassen. Es hat mich wirklich mitgenommen, wie ich es selten bei einem Buch erlebt habe.

Leider hatte diese Erfahrung aus dem ersten Buch dann auch seinen Einfluss auf meine Leseerfahrung des zweiten und dritten Bandes. Im zweiten Band haben mich die Ereignisse weiterhin total überrascht, aber ich habe sie nicht mehr so ganz ernst genommen. Im dritten Band habe ich dann bereits auf diese Wendungen kaum noch reagiert und hatte schließlich ganz schnell meine Vermutungen formuliert, die das ganze auflösen könnten und die sich dann bewahrheitet haben.

Neben der Aufmachung des Buches waren es kurz gesagt vor allem die großen Überraschungen und Story-Wendungen, die auf mich den Reiz ausgeübt haben. Leider hatte mich der erste Band aber bereits in dieser Hinsicht abgestumpft, sodass sie im dritten Band kaum noch Gefühle in mir hochgewirbelt haben. Nicht falsch verstehen – der dritte Band hat mir trotzdem wahnsinnig gut gefallen, aber es konnte mich einfach nicht mehr so innerlich zerstören und mein Herz in Stücke reißen wie der erste Band.

Mehr möchte ich zu der Reihe auch gar nicht loswerden, zum einen natürlich aufgrund der Spoilergefahr, zum anderen sind die Illuminae Files auch einfach eine Geschichte, die man selbst einmal erlebt haben muss. In der Gesamtheit ist die Reihe trotz meiner kleinen Kritik eine wahnsinnig gute Reihe, wenn nicht sogar eine meiner liebsten Buchreihen. Es hat so viele neue Ansätze reingebracht und uns so viele wahnsinnig tolle Charaktere vorgestellt, die ich ins Herz geschlossen habe. Leider hat sich bei mir persönlich die Faszination des ersten Bandes nicht durch die ganze Reihe halten können. Trotzdem, möchte ich die Reihe wirklich jedem ans Herz legen, der auch nur im Entferntesten etwas mit Sci-Fi anfangen kann. Denn enttäuscht werden tut man definitiv nicht.

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