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[Book Chat] Animant Crumbs Staubchronik – Lin Rina

Neben Berühre mich. Nicht. von Laura Kleidl war Animant Crumbs Staubchronik wohl eins der Bücher in den letzten paar Monaten, denen man sich in den Blogs und auf Bookstagram kaum entziehen konnte. Bei dem Cover aber auch kein Wunder, oder? Und glücklicherweise ist das Buch nicht nur von außen eine Schönheit, sondern überzeugt auch inhaltlich auf ganzer Linie.

Klappentext

England 1890.
Kleider, Bälle und die Suche nach dem perfekten Ehemann. Das ist es, was sich Animants Mutter für ihre Tochter wünscht. Doch Ani hat anderes im Sinn. Sie lebt in einer Welt aus Büchern, und bemüht sich der Realität mit Scharfsinn und einer gehörigen Portion Sarkasmus aus dem Weg zu gehen. Bis diese an ihre Tür klopft und ihr ein Angebot macht, das ihr Leben auf den Kopf stellt. Ein Monat in London, eine riesige, vollautomatische Suchmaschine, die Umstände der weniger Privilegierten und eine Arbeitsstelle in einer Bibliothek. Und natürlich Gefühle, die sie bis dahin nur aus Büchern kannte.

(Quelle)

Hach, war das schön! Seit ich wieder intensiver lese, greife ich eigentlich fast nur noch zu Fantasy-Büchern, wo Animant Crumbs Staubchronik eigentlich so gar nicht dazu passt. Fantasy findet man in diesem Buch gar nicht, sondern es ist ein historischer Liebesroman, der in 1890 spielt. Eine Zeit, in der es für Frauen noch nicht selbstverständlich war auch selber arbeiten zu gehen und sie viele Einschränkungen hatten. So schön luftig und leicht das Buch zu lesen war, so wurden doch immer wieder kritische Momente zum Thema Frauenrechte, Antisemitismus, etc. eingebaut, was auf jeden Fall den historischen Aspekt der Geschichte aufgewertet hat.

Aber zurück zur Liebesgeschichte! Wenn es um Liebe geht, dann habe ich in Geschichten zwei Vorlieben – zum einen sind es (gute) Hate-to-Love-Beziehungen, zum anderen sind es sich langsam entwickelnde Gefühle. Und dieses Buch hat gleich beide dieser Aspekte wunderbar präsentiert! Mr. Reed lernen wir als griesgrämigen Bibliothekar kennen, der es einem nicht leicht macht ihn zu mögen. Aber je besser wir Ani kennen lernen, desto mehr wird einem bewusst, wie sehr auch sie ihre Makel hat und ihm ähnlicher ist, als es zuerst den Anschein macht. Das macht die beiden auch so besonders – sie versuchen gar nicht erst perfekt zu sein und ihre kuriosen Gemeinsamkeiten ziehen sich einfach an. Das alles geschieht in einem angenehmen Tempo, das nicht zu übereilt erscheint, sich aber auch gleichzeitig nicht zu sehr in die Länge zieht. Also alles genau richtig!

Die beiden minimalen Minuspunkte an der Geschichte, sind für mich eigentlich kaum der Rede wert. Es ist nicht so, dass mir das Ende an sich nicht gefallen hat, es kam mir jedoch etwas übereilt vor im Vergleich zum Rest des Buches vor. Mit etwa 550 Seiten ist das Buch doch recht lang und jeder Situation wurde wirklich viel Zeit gewidmet. Warum dann nicht auch dem Ende? Eine andere Sache war die Suchmaschine, die ja besonders für 1890 eine Innovation war. Ich hatte etwas erwartet, dass sie einen noch größeren Stellenwert einnimmt, aber dem war leider nicht so. Im ganzen Geschehen ging sie doch etwas unter. Aber das sind wirklich Kleinigkeiten, die meiner Begeisterung von diesem Buch absolut nichts antun!

Ich wollte wirklich nicht, dass das Buch zu Ende geht! Ani und Mr. Reed sind mir ans Herz gewachsen und werden mich wohl auch noch eine ganze Weile gedanklich begleiten. (Und kein Scherz – ich habe in der Nacht darauf geträumt im Internet Infos zur Fortsetzung zu finden… Die es leider nicht geben wird.) Und mal ganz ehrlich – wer möchte nicht dieses Schmuckstück von einem Cover im Bücherschrank stehen haben?

Meine Wertung

Erhältlich: Amazon*

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