[Game Chat] Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book

Die Atelier-Spiele ist eine alteingesessene Spiele-Reihe aus Japan, in denen es darum geht sich die Kunst der Alchemie anzueignen. Die Reihe ist in Japan so beliebt, dass so gut wie jedes Jahr ein neuer Teil erscheint. Auch im Westen hat die Reihe eine treue Fangemeinde erlangt, sodass auch jeder Teil hierzulande erscheint, wenn auch nur auf Englisch und Japanisch. Ich selber habe bisher noch kein einziges Atelier-Spiel angerührt, auch wenn ich es seit Jahren mal vorhatte. Als ich dann aber recht günstig den recht aktuellen Teil Atelier Sophie: The Alchemist of the Mysterious Book in die Hände bekommen habe, habe ich meine Chance gesehen.

Die Story

Sophie lebt nach dem Tod ihrer Großmutter allein in Kirchenbell und möchte in ihre Fußstapfen als Alchemistin treten. Eines Tages erweckt sie eines der Bücher im Atelier zum Leben und es stellt sich heraus, dass das sprechende Buch Plachta vor 500 Jahren selbst eine Alchemistin war. Sie übernimmt nun die Mentorrolle von Sophie, die darauf hinarbeitet, dass Plachta ihre Erinnerungen wiedererlangt, was durch das Befüllen des Buchs mit Rezepten geschieht. Tja, und das war es im Prinzip auch schon fast an Story, denn wenn das Spiel eine große Schwäche hat, dann ist es der Mangel an Spannung. Aber das habe ich an sich gar nicht als schlimm empfunden, wie ich noch zeigen werde.

Das Gameplay

Das Spiel hat im Wesentlichen drei große Bereiche – das Synthetisieren, das heißt dem Herstellen neuer Gegenstände, dem Sammeln von Zutaten bei der Erforschung der Regionen und dem Leben in der Stadt Kirchenbell, bei dem es vor allem um den Aufbau von Charakterbeziehungen geht. Mit all diesen Tätigkeiten sammelt man außerdem die Ideen für neue Rezepturen um sich noch mehr alchemistische Fähigkeiten anzueignen.

Das Synthetisieren

Die Hauptmechanik des Spiels besteht darin mit einem Puzzlespiel die verschiedenen Zutaten zu neuen Gegenständen zu vermischen. Dadurch steht einem ein Kessel zur Verfügung, auf dem sich verschieden farbige Felder befinden. Je nach Art und Farbe der Zutaten muss man diese geschickt anordnen und hochwertige Gegenstände herstellen zu können. Das ganze ist komplexer als es aussieht, so ganz durchschaut habe ich das System bis zum Ende nicht. Aber ich bin trotzdem ganz gut klargekommen. Beim Synthetisieren können außerdem verschiedene Eigenschaften der Zutaten weitergegeben werden und die hergestellten Items können erneut als Zutat verwendet werden. Wenn nun also ein Item mit einem ganz bestimmten Effekt oder einer Eigenschaft gefordert ist, dann muss man sich manchmal längere Wege überlegen um an das Ziel zu kommen.

Sammeln von Zutaten und Erforschen der Regionen

Mit dem Laufe der Zeit werden immer weitere Punkte auf der Weltkarte aufgedeckt. Die dort erkennbaren Gebiete sind vergleichsweise klein, es können sich jedoch mehrere aneinander reihen. In den Gebieten tummeln sich zum einen Monster, die sich je nach Tageszeit und Wetterlage abwechseln könne. Beim Besiegen der Monster wird man nicht nur stärker, sondern man kann auch Zutaten erhalten, die man für das Synthetisieren benötigt. Auf der Karte selbst gibt es jedoch auch noch sehr viele Zutaten zu sammeln, die sich je nach Tageszeit und Wetterlage ändern können.

Leben in Kirchenbell

Kirchenbell ist der Dreh und Angelpunkt in der Geschichte und leider auch die einzige Ortschaft im gesamten Spiel. Neben dem Atelier befinden sich hier viele weitere Shops und Schauplätze wie die Kirche, der Buchladen oder das Café, in denen man bestimmte Zutaten aufstocken oder sogar Nebenquests bearbeiten kann. Sind die Möglichkeiten anfangs noch eingeschränkt, bekommt Kirchenbell mit der Zeit immer mehr Shops, die einem auf dem Weg zum Alchemisten behilflich sein können. Wichtig ist hier auch vor allem die Interaktion mit den Bewohnern, denn nach und nach schalten sich immer neue Szenen und Handlungsstränge mit diesen frei. Dadurch kann man zum einen neue Teammitglieder erhalten, aber auch neue Skills freischalten. Grundsätzlich sollte man immer Ausschau nach diesen Szenen halten, denn wenn ein Charakter an einem anderen Ort als normalerweise steht, dann heißt das meist, dass man in der Story somit fortschreiten kann.

Das Kampfsystem

Das Kampfsystem ist für ein JRPG recht klassisch. Man wählt zu Beginn der Runde alle Befehle der Charaktere aus, die dann in der Reihenfolge, die am Rand dargestellt wird, abwechselnd mit den Monstern ausgeführt werden. Stärkere Attacken benötigen auch mehr Zeit, sodass mehr Monster vorher handeln können. Die Charaktere können sich zusätzlich dazu aber auch noch auf zwei Weisen unterstützen – wenn die Stance auf offensiv eingestellt ist, werden zusätzliche Komboattacken ausgelöst, im defensiven Modus hingegen schützen sich die Charaktere untereinander. Bei stärkeren Gegnern ist es durchaus nötig zwischen diesen beiden Stances zu wechseln. Sollte man an einem Gegner festhängen ist das aber auch kein Problem – bei einer Niederlage wacht man einfach wieder im Atelier auf und verliert schlimmstenfalls ein paar gesammelte Items. Ohne ein Zeitlimit kann man also so viel Leveln wie man möchte.

Die Atmosphäre

Dies ist ein Punkt, der sehr für dieses Spiel spricht, denn es ist so ganz anders, als man es von einem RPG erwartet. Man wird zwar gegen Ende des Spiels noch in einen kleinen Konflikt inklusive Endgegner geworfen, jedoch besteht der Großteil des Spiels einzig und allein aus dem Erlernen der Alchemie und dem Helfen von Plachta. Dadurch bekommt das Spiel eine unglaublich ruhige und entspannende Atmosphäre. Man steht nicht unter Zeitdruck, man bekommt keinen Game Over-Screen, wenn man im Kampf verliert und das ganze Spiel lässt einen sehr viele Freiheiten. Klar hat man irgendwo eine gerade Linie im Spiel, aber ganz oft muss man einfach nur in der Stadt leben und weitere Szenen nach Belieben auslösen, um in der Hauptstory fortzuschreiten.

Die Charaktere

Das Spiel stellt einem wieder eine Vielzahl an neuen Charakteren vor, von denen viele auch mit in den Kampf genommen werden können. Auch wenn sie alle ihre ganz eigenen Besonderheiten haben, kann ich nicht sagen, dass mir jemand besonders hervorsticht. Die Protagonistin Sophie ist das typisch naive und lebensfreudige junge Mädchen, das einem zwar ans Herz wächst, aber nach dem Ende des Spieles nicht lange dort verweilen wird. Die Charaktere gehen ja auch immer einher mit der Story und diese ist nun mal nicht der große Fokus in den Atelier-Spielen, daher ist das für mich auch vollkommen okay.

Bildquelle

Kurz gesagt

Ich mochte das Spiel wirklich sehr gerne, besonders durch die sehr entspannende Art. Es ist kein besonders anstrengendes oder herausforderndes Spiel, sondern lädt einfach zum Abschalten ein. Während andere Teile der Atelier-Reihe einen durch ein Zeitlimit immer unter Druck setzen, kann man sich mit Atelier Sophie so viel Zeit lassen wie man möchte um alle Rezepte zum Alchimieren zu entdecken. Hätte ich vorher bereits einen anderen Teil der Reihe gespielt, würde mein Eindruck wahrscheinlich ganz anders aussehen, aber als Einstieg in die Atelier-Welt kann ich es durchaus weiterempfehlen.

Meine Wertung

Erhältlich: Amazon*

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