[Japan] Nerdige Themen-Cafés in Tokyo

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Da dieser Blog schließlich Nerdahoi und nicht Buchahoi heißt, wird es mal wieder Zeit für einen etwas anderen Beitrag. Ich habe 2013/14 für 12 Monate in Tokyo gelebt und dabei natürlich das ganze Land bereist. Was aber auch nicht zu kurz kommen durfte, war das Essen. Und was gibt es besseres als Essen zu seinen Lieblingsbüchern, -spielen und -anime? Japan hat so unglaublich viele Themen-Cafés und Restaurants im Angebot, sodass man sehr lange von einem verrückten Ort zum anderen springen könnte. Ich selber habe nur eine kleine Auswahl besucht, denn natürlich muss man sich hier auf höherpreisige Gerichte einstellen. Die vier Cafés, die ich in Tokyo in der Zeit besucht habe, haben mir von der Atmosphäre her aber ganz gut gefallen.

Hier findet ihr übrigens einen Blog, der sich regelmäßig die neusten Restaurants und Cafés anschaut und bewertet. Dort findet ihr noch sehr viel mehr, als ich in der Zeit in Japan hätte besuchen können.

Alice im Wunderland Café

Von den Alice in Wunderland-Cafés gibt es gleich sieben an der Stück – fünf in Tokyo, eins in Osaka und eins in Nagoya. Alle Cafés stehen unter einem anderen Motto und sind aus dem Grund auch etwas anders aufgebaut. Ich selber habe zwei Cafés besucht, eins in Shinjuku zum Mittagessen (Alice in Magical Land) und eins in Ginza am späten Nachmittag (Alice the Labyrinth). Durch die unterschiedlichen Zeiten hatten wir auch verschiedene Menüs, von denen wir bestellen konnten und somit unterschiedliche Auswahlmöglichkeiten. Generell scheint es eine Lunchkarte, eine für den Nachmittag und eine für das Dinner zu geben. Mittags ist die Auswahl dann gewohnt geringer.

Alice im Wunderland Einrichtung

Die Cafés sind alle super schön eingerichtet und man achtet immer mit sehr viel Liebe auf die Details. Je nach Thema des Lokals, unterscheidet sich auch die Einrichtung. In Shinjuku besteht das Herzstück aus einem riesigen herzförmigen Tisch, in Ginza hingegen war das Lokal eher dunkel mit mystischerer Atmosphäre eingerichtet.

Alice im Wunderland Einrichtung

Auch bei den Gerichten gibt man sich wirklich viel Mühe die Charaktere der Bücher widerzuspiegeln. Von der Qualität des Essens her war es leider nichts Besonderes, das wurde dann nur mit der Aufmachung ausgeglichen. Auch in den Online-Bewertungen sieht man, dass es vielen ähnlich geht – die Aufmachung ist super, das Essen eher meh.

Alice im Wunderland Essen

Im Großen und Ganzen lohnen sich die Alice im Wunderland-Cafés zwar schon für einen Besuch, aber weniger um eine besonders leckere Mahlzeit zu bekommen, sondern eher um die wunderbare Atmosphäre einzufangen. Einen Überblick könnt ihr euch auf der Homepage erschaffen. Auch im Disneyland gibt es übrigens ein Alice im Wunderland-Restaurant, aber das wird von einem anderen Anbieter verwaltet und kann daher unabhängig betrachtet werden. Aber auch dort fand ich die Einrichtung sehr schön und das Essen hat mir auch geschmeckt.

Alice in Magical Land: Shinjuku Odakyu Halc BF3, 1-5-1, Nishishinjuku, Shinjuku-ku, Tokyo
Alice in the Labyrinth: Taiyo building 5F, 8-8-5, Ginza, Chuo-ku, Tokyo

Artnia – Square Enix Café

Den Gamern unter euch wird Square Enix natürlich ein Begriff sein, für alle anderen – Square Enix ist für die Rollenspiel-Perlen Final Fantasy, Kingdom Hearts, Dragon Quest und vielen mehr verantwortlich. Auch das Café steht deswegen ganz im Zeichen dieser Reihen. Das Café liegt etwas versteckt, aber mit seiner seltsamen Ei-Form ist es nicht zu verfehlen, wenn es in Blickweite ist. Drinnen ist das Café in mehrere Bereiche aufgeteilt. Ein Großteil wird von der Verkaufsfläche des Merchandises eingenommen, drumherum findet man dann einige Plätze um sich hinzusetzen.

Artnia Essen

Das Café bietet vor allem leichtere Gerichte und Desserts, wie z.B. Hi-Potion oder Parfait mit Clouds Schwert, an, außer natürlich seit meinem letzten Besuch hat sich etwas am Konzept geändert. An der hellen Verkaufs- und Café-Fläche grenzt auch noch ein etwas abgedunkelter Raum an, in dem die höherpreisigen Merchandise-Artikel in schönem Ambiente präsentiert werden.

Artnia Einrichtung

Ich war zweimal im Café, natürlich vor allem weil ich unterschiedliche Besucher in Tokyo unbedingt in das Café führen musste, aber auch weil sich das Sortiment immer mal wieder ändert. Bei meinem zweiten Besuch habe ich unter anderem sehr seltenes The World Ends With You-Merchandise abstauben können, was es so generell nicht gibt. (Wer das Spiel nicht kennt – absolute Empfehlung, eines meiner Lieblingsspiele!) Während ich bei meinem ersten Besuch nur die Desserts fotografieren konnte, hatte ich beim zweiten Besuch etwas größere Gerichte bestellt. Leider finde ich die Fotos davon nicht mehr, aber ich kann mich daran erinnern, dass es Pancakes mit Mogry-Aufdruck gab. Für Rollenspiel-Fans ist das Café auf jeden Fall ein Muss!

Adresse: 1F Shinjuku Eastside Square, 6-27-30 Shinjuku, Shinjuku-ku, Tokyo

Capcom Café

Dieses Café ist fast gänzlich an mir vorbeigegangen. Erst kurz vor meiner Abreise habe ich es entdeckt und habe meinen letzten Abend vor meinem Rückflug dazu genutzt, dem Café einen Besuch abzustatten. Capcom steht hinter Spielen wie Monster Hunter, Okami und Phoenix Wright, weshalb der Großteil der Gerichte auch daran angelehnt war. Die Vielfalt der Gerichte und auch die Qualität hat mir hier wirklich gut gefallen!

Capcom Essen

Capcom Einrichtung

Auch Konsolen gab es zum Ausprobieren und ein paar Goodies zu kaufen, die ich sonst bisher nirgendwo gesehen habe. Die Kellner haben zwischendurch immer mal wieder Sketche vorgeführt und bleiben beim Bedienen immer in ihrer Rolle. Leider hat auch ein Jahr in Japan nicht dazu ausgereicht alles an diesen Sketchen zu verstehen, aber das hat an meinem positiven Eindruck von dem Lokal nichts geändert. Auch hier klare Empfehlung!

Adresse: Pasera Resorts Shinjuku 1F, 1-3-16, Kabukicho, Shinjuku-ku, Tokyo

Pikachu Pop-Up-Café

Sehr beliebt sind auch Pop-Up-Cafés, die nur für einen begrenzten Zeitraum anlässlich einer Neuerscheinung oder Ähnlichem, eröffnet werden. Bei diesen muss man natürlich Glück haben eines zu erwischen, wenn man Japan einen Besuch abstattet, aber besonders selten sind diese auch nicht.

Kurz vor meinem Abflug war gerade ein neuer Film über Pikachu in aller Munde. In Roppongi gab es deswegen für etwa 2 Monate das Pikachu-Café, das an eine Ausstellung zu Pokémon angrenzte. Ich war an dem Tag zwar kurz vor Öffnung am Café, aber zu dem Zeitpunkt war die Schlange bereits so lang, dass die offizielle Wartezeit schon 2 Stunden betrug. Das ist übrigens keine Seltenheit, in Japan gewöhnt man sich daran in Schlangen zu stehen. Schließlich konnte ich bereits nach 1,5 Stunden an meinen Tisch gebracht werden, aber leider hatte man meine Bestellung irgendwie vergessen, sodass es schließlich doch 2 Stunden wurden. Das ist übrigens eine Seltenheit in Japan, normalerweise ist der Service einwandfrei und super schnell!

Pikachu Essen

Das Essen war wie zu erwarten komplett auf Pikachu abgestimmt. Ich selber habe mir nur den Burger geholt, aber da es vor den Restaurants und Cafés in Japan immer diese tollen Wachs-Modelle gibt, kann man sich einen sehr guten Eindruck vom kompletten Angebot schaffen.

Abschließend muss man natürlich sagen, dass das Essen in diesen Cafés und Restaurants eigentlich nichts besonderes ist, es ist nun mal nur in eine besondere Form gepresst. Aber wann kann man schon mal sagen, man hat einen Pikachu-Burger gegessen? Oder ein Phoenix Wright-Pancake? Das ist wohl der Reiz an diesen Cafés, natürlich zusammen mit der Atmosphäre. Wenn ich mal wieder in Tokyo bin, werde ich auf jeden Fall wieder meine Augen nach einem Pop-Up-Café aufhalten.

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2 comments / Add your comment below

    1. Jaa, ich wünschte etwas in der Art hätten wir auch mal hier, aber das würde sich wohl nur als Pop-Up-Café lohnen und niemals langfristig halten. Aber das würde mir schon reichen 🙂

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