[Book Chat] The Paper Gods Series – Amanda Sun

Bei dieser Buchreihe muss ich zugeben, dass es eigentlich nur zwei Gründe gab, warum ich hier zugegriffen habe: Diese wunderschönen Cover und das Setting in Japan. Es gibt ja leider nicht allzu viele YA Bücher mit Fantasy-Elementen, die in Japan angesiedelt sind. Und zu diesen Covern muss ich nichts sagen, oder? Ich habe die Buchreihe innerhalb weniger Tage während meines Urlaubs auf Teneriffa gelesen. Da mit den Folgebänden die Seitenanzahl zurückgeht anstatt anzusteigen, wie bei den meisten Serien der Fall, kann man die ganze Reihe auch recht zügig beenden.

Klappentext

On the heels of a family tragedy, Katie Greene must move halfway across the world. Stuck with her aunt in Shizuoka, Japan, Katie feels lost. Alone. She doesn’t know the language, she can barely hold a pair of chopsticks, and she can’t seem to get the hang of taking her shoes off whenever she enters a building. When Katie meets aloof but gorgeous Tomohiro, the star of the school’s kendo team, she is intrigued by him…and a little scared. His tough attitude seems meant to keep her at a distance, and when they’re near each other, strange things happen. Pens explode. Ink drips from nowhere. And unless Katie is seeing things, drawings come to life. Somehow Tomo is connected to the kami, powerful ancient beings who once ruled Japan— and as feelings develop between Katie and Tomo, things begin to spiral out of control. The wrong people are starting to ask questions, and if they discover the truth, no one will be safe.

(Quelle)

Die Buchreihe bedient leider wirklich unglaublich viele Klischees, auf die ich gar nicht im Detail eingehen möchte. Nur um einige aufzuzählen, die wahrscheinlich schon genug aussagen:
  • Bad Boy mit Geheimnissen, der alle um sich herum wegstoßen möchte
  • Mary Sue Protagonistin, die als Außenseiter auf die Schule wechselt
  • Absolut nicht nachvollziehbare Liebesentwicklung, Züge von Insta-Love
  • Er wird zum Mittelpunkt ihres Lebens, sie kann ohne ihn nicht mehr
  • Die „besten Freunde“ werden nur noch für Alibis missbraucht
  • Liebes-Dreieck
  • Verbotene Liebe

Ich habe in einem Goodreads Review auch den Vergleich zu Twilight gelesen… Der Gedanke ist mir selbst beim Lesen gar nicht gekommen, aber wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, dann kann ich die Ähnlichkeiten wirklich nicht von der Hand weisen. Wer also schon absolut nichts mit Twilight anfangen konnte, wird hier wohl auch nicht glücklich. Wobei es hier immerhin keine glitzernden Vampire gibt.

Wozu ich jedoch noch einmal ausholen möchte ist die Beschreibung des Lebens in Japan, da ich das aus erster Hand einschätzen kann. Das hat die Autorin nämlich wirklich sehr gut gemacht, da sie selbst auch einige Zeit in Japan gelebt hat. Unbekannte Begriffe wurden im Detail und natürlich im Handlungsverlauf erklärt, da die Protagonistin Katie diese auch selbst erst lernen muss. Zum Teil kam es mir etwas zu belehrend für den Leser vor, aber das hat sich in Grenzen gehalten. Es gibt außerdem ein Glossary, in dem alle Begriffe aus dem Japanischen erläutert werden. Jemand der sich für den japanischen Alltag und auch Sitten interessiert, kann also durchaus auch viel aus dieser Reihe mitnehmen. Ein kleines Manko war für mich, dass sie in den Gesprächen immer mal wieder japanische Phrasen eingebaut hat, die nicht unbedingt hätten sein müssen. Japanisch hat natürlich eine Formulierungen, die sich nicht einfach übersetzen lassen und es dessen Fall es einfach ist diese im Japanischen zu belassen, aber oft hat es sich eher aufgesetzt angefühlt.

Was mich jedoch im Verlauf der Bücher der Bücher sehr gestört hat ist die unglaublich schnelle Sprachfähigkeit der Protagonistin. Versteht mich nicht falsch, mir ist bewusst wie schnell man eine Sprache auffasst, wenn man in dem Land lebt und ihr ausgesetzt ist und natürlich muss sie für den Plot auch mit den Charakteren kommunizieren können. Jedoch sind die Dialoge nach so kurzer Zeit schon so natürlich, dass es für mich eigentlich nicht nachvollziehbar ist, wie man in dem Zeitraum annähernd auf dem Level sein kann. Und Japanisch ist nun wirklich keine einfache Sprache! Vor allem wenn man bedenkt, dass sie mit ihrer Tante, bei der sie wohnt, wohl noch Englisch sprechen wird. Die Sprachbarriere wird im Buch zwar des Öfteren thematisiert, aber für einen vernünftigen Handlungsablauf wurde es dann doch sehr übergangen. Um dieses Problem realistisch zu beheben, hätte die Autorin den Zeitrahmen der Reihe um einiges verlängern müssen. So ist zwischen der Novella mit der Vorgeschichte und dem letzten Buch nur etwa ein Jahr vergangen.

Achtung, ab hier folgt ein Absatz mit einer vagen Info über den dritten BandSPOILER ahead!

Im dritten Buch kam dann auch die Verbindung zu den drei Schätzen aus den japanischen Legenden hinzu. Was ich hier etwas schade fand – und da kann die Reihe absolut nichts für – ist dass ich letztes Jahr erst A Mortal Song von Megan Crewe gelesen habe, einem anderen YA-Buch in Japan, dass sich mit den drei japanischen Schätzen beschäftigt. Diese beiden Bücher/Reihen sind die einzigen YA-Bücher im modernen Japan, die ich bisher gelesen habe und beide stützen sich auf die gleichen Legenden. Das rechne ich natürlich keinem der beiden Bücher negativ an (und Amanda Sun schon gar nicht, da sie ihr Buch vor Meagan Crewe veröffentlicht hat), ich hätte es mir aber gewünscht, dass ich auch mal ein Buch in die Finger kriege, das sich mit anderen Legenden Japans beschäftigt.

SPOILER ENDE

Die Paper Gods-Reihe kann man lesen, muss man aber nicht. Es ist ein mittelmäßiges YA-Buch, dass mehr durch sein Setting in Japan und die realistische Beschreibung des dortigen Alltags heraussticht als alles andere. Solltet ihr Lust auf leichte Lektüre haben und euch die vielen Klischees nicht abschrecken, dann greift bedenkenlos zu. Ich warte derweil noch auf ein YA-Buch in Japan, das mich wirklich vom Hocker reißt. Kennt ihr eins, dass ich unbedingt auf meine Leseliste setzen sollte?

Meine Wertung

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