[Game Chat] Persona 5

Persona 5

Zwischen den dutzenden Büchern habe ich es dieses Jahr bisher nicht zu sehr vielen Spielen geschafft. Umso erstaunter war ich, wieviel Zeit ich mit der Perle Persona 5 verbracht habe. Ich bin ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich jemals bei einem anderen Spiel so viel Zeit investiert habe. Und wenn doch werden es wirklich sehr wenige gewesen sein. Auch bei den gängigen längeren RPG habe ich nie so lange gebraucht, da ich einfach ein Storyspieler bin – solange ich die Credits mit einem guten Ende erreiche bin ich glücklich. Und noch eine andere Premiere bei Persona 5: Ich habe tatsächlich vorher noch nie ein Spiel vorbestellt. Der Hype ging auch im Allgemeinen recht lange an mir vorbei, aber nachdem ich mich dann doch mal näher damit beschäftigt habe und ich unbedingt das Steelbook haben wollte, hatte ich es kurz vor Release noch vorbestellt.

Es gibt wirklich viel zu Persona 5 zu sagen, deswegen hier einige meiner Gedanken in keiner bestimmten Reihenfolge:

Das Setting

Kurz gesagt – die Protagonisten sind Phantomdiebe mit übernatürlichen Kräften, mit denen sie in die Gedankenwelt der Menschen eindringen können. Diebe aus dem Grund, da sie durch Stehlen eines Schatzes einen Sinneswandel der Menschen hervorrufen können. Der ganze Aspekt dieser Raubtouren hat mich im ersten Moment einfach sehr an die Bücher Six of Crows von Leigh Bardugo und The Final Empire von Brandon Sanderson erinnert, die ich auch vor nicht allzu langer Zeit gelesen und auch sehr genoßen habe. Das war hier nicht anders. In Persona 5 steckt da mit den Gedankenwelten natürlich noch etwas mehr dahinter.
Zum Setting gehört neben den Tätigkeiten als Phantomdieb auch der Schulalltag, durch den man sich schlagen muss. Neben dem Unterricht und den Prüfungen hat man sehr viele Auswahlmöglichkeiten die freie Zeit am Nachmittag zu gestalten. Die Zeit sollte man auch gut nutzen!

Tokyo

Ich habe vor ein paar Jahren für eine längere Zeit in Tokyo gelebt und auch wenn mich in der Zeit dort vieles gestört hat, hat es doch sehr viel Spaß gemacht die bekannten Orte innerhalb des Videospiels erneut zu besuchen. Wenn man selbst so etwas Banales wie das Innere von U-Bahn-Stationen wiedererkannt, dann heißt das schon was!
Neben den Hauptorten in Tokyo können auch bei der Entwicklung der Charakterbeziehungen neue Orte entdeckt werden. In Erinnerung geblieben ist mir vor allem der Fishing Pond in Ichigaya. Fun Fact – dort befand sich gleich nebenan meine Sprachschule. Aber auch die üblichen Orte wie Shibuya und Shinjuku sind unglaublich originalgetreu übernommen worden. Kotaku hat dazu mal einen ganz interessanten Vergleich angestellt.

AkibaBildquelle

Der Grafikstil

Oh, wie liebe ich doch die Grafik von Persona 5! Man mag es dem Spiel teilweise ansehen wie lange es sich in der Entwicklung befand, vor allem es um die Animationen der Charaktere im Daily Life geht, aber das tut meiner Liebe keinen Abbruch. Von den Anime-Zwischensequenzen zur Menüführung bis hin zu fließenden Übergängen zwischen Dungeon und Kampf – alles ist einfach so unglaublich stimmig.

Die Musik

Zarte Orchesteruntermalung sucht man hier vergeblich. Der Soundtrack ist von vorne bis hinten poppig mit einer Extrawürze an Bass. Es passt einfach zu perfekt zum gesamten Stil des Spiels. Wenn allein der Grafikstil so einzigartig ist, dann muss die Musik es auch sein. Und das ist sie definitiv.

Mein Favorit müsste wohl Life Will Change sein. Wann der Song gespielt wird? Das müsst ihr selbst herausfinden.

Gleiches gilt für das folgende tolle Stück:

Die Länge

Man kann nicht nur sehr viel Zeit mit Persona 5 verbringen, man muss es auch. Ich selbst habe das Spiel auf der Schwierigkeitsstufe Einfach gespielt und selbst dann habe ich 82 Stunden vor meiner PlayStation verbracht. Es waren 82 sehr gut investierte Stunden, ich scheine das Spiel aber auch schneller abgeschlossen zu haben als die meisten anderen. Eine Spielzeit von über 100 Stunden ist hier normal. Und wo findet man heute noch ein Spiel, das nicht mit Downloadable Content gefüttert werden muss um nur annähernd an diese Spielzeit zu gelangen? Und das alleine für die Hauptstory?

Fähigkeiten und Social Links

Die ganze Persona-Reihe ist ja durch das System geprägt mit den weiteren Charakteren Beziehungen aufzubauen. Vor ein paar Jahren hatte ich bereits Persona 4 gespielt. Damals hatte ich das Gefühl, dass es wirklich sehr lange gedauert hat meine Charaktere und die Beziehungen zu entwickeln. Ich weiß nicht, ob es in Persona 5 wirklich schneller geht, aber es hat sich für mich auf jeden Fall so gefühlt. Ich mag es persönlich einfach lieber, wenn ich das Gefühl habe mich zügig weiterzuentwickeln.
Das Aufbauen der Beziehungen bringt auch viele Vorteile mit sich – durch die Zeitbeschränkung im Spiel fühlt man sich häufig unter Druck gesetzt, wie man die verfügbare Zeit am Besten nutzt. Einige Fähigkeiten der Charaktere können einen dabei unterstützen die Zeit noch effektiver zu nutzen. Mit den weiteren Phantomdieben lohnt es sich besonders die Beziehungen zu entwickeln, denn man erhält dadurch einige zusätzliche Fähigkeiten in den Kämpfen. Beim Maximieren einer Beziehung zu weiblichen Charakteren lässt sich auch eine romantische Beziehung eingehen, die zu bestimmten Events verschiedene Szenen hervorrufen. Keine Lust nur eine einzige romantische Beziehung einzugehen? Auch das lässt sich einrichten. Dann muss man aber auch mit den Konsequenzen leben.

Persona 5 - CharaktereBildquelle

Die Synchronisation

Ich habe Persona 5 mit englischer Sprachausgabe gespielt, auch wenn ich einiges auf Japanisch verstehe. Das war aber auch eine gute Entscheidung, da es in den Cutscenes keine Untertitel gab und ich dort sehr große Probleme gehabt hätte. Und die Synchronsprecher haben wirklich einen sehr guten Job darin gemacht, den Charakteren glaubwürdige und lebendige Stimmen zu verleihen. Eine Sache hat mich dann aber doch etwas gestört – die schreckliche Aussprache der japanischen Namen haben meine Fußnägel hochrollen lassen!

Das Kampfsystem

Das rundenbasierte Kampfsystem macht anfangs echt Spaß und hat auch mehr Komplexität, als es auf den ersten Blick den Anschein macht. Aber mit der Zeit wurde es dann doch mehr Routine. Aber das schiebe ich dem Spiel nicht unbedingt negativ zu, ich habe ja schließlich auf Einfach gespielt um mich mehr auf die Story konzentrieren zu können, da ist es eigentlich gegeben, dass die Kämpfe nicht übermäßig strategisch durchdacht werden müssen.

Persona 5 - KampfsystemBildquelle

Mementos

Mementos ist ein regelmäßig wiederkehrender, zufallsgenerierter Dungeon. Also im Prinzip kann man es sich wie die Hauptdungeons in Persona 4 vorstellen. Ich mag persönlich keine Zufallsdungeons, daher hat mich auch Mementos nach einer Weile etwas genervt. Aber noch weniger mochte ich eigentlich die Tatsache, dass man nach einem Abstecher nach Mementos abends keine Aktivitäten mehr durchführen konnte. Von den Spielern mag jetzt ein „aber die eine kann doch…“ kommen – das ist mir vollkommen bewusst, aber bis man den entsprechenden Charakter auf das Level gebracht hat, der hier Vorteile verschafft, verschwendet man gefühlt einfach viel zu viele Abende.

Im Großen und Ganzen sind es also wirklich nur Kleinigkeiten, über die man sich zwischendurch mal ärgert. Ich denke aber, wenn ich einen Punkt in diesem Beitrag deutlich machen konnte, dann ist es wie sehr ich das Spiel genossen habe. Man könnte wohl einen Roman zu den vielen Aspekten des Spiels schreiben, allein darüber wie gut mir unser sassy Hauptcharakter gefiel oder die großen Überraschungen in der Story könnte ich noch weit ausholen. Aber wir wollen es ja spoilerfrei belassen und dies waren wirklich die für mich wichtigsten Punkte, die mir auch nach Monaten noch im Kopf geblieben sind.

Und was kommt nun? Es wurde ein Tanzspiel angekündigt, wie es auch bereits zu Persona 4 gab. Ich bin kein sehr großer Fan von Tanzspielen, aber für zwischendurch greife ich dort ruhig mal zu. Und wenn das bedeutet noch einmal in die Welt von Persona 5 abzutauchen, dann werde ich auch hier auf jeden Fall einsteigen. Hier ein kleiner Einblick in Persona Dancing Star Night:

Ich denke eine Wertung ist hier eigentlich nicht nötig, aber der Vollständigkeit halber:

Meine Wertung

Erhältlich: Thalia* | Amazon*

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