[Book Chat] The Long Way to a Small, Angry Planet – Becky Chambers


Als großer Star Wars– und Doctor Who-Fan habe ich mir schon eine ganze Weile vorgenommen mich nicht nur mit den bekannten Sci-Fi-Welten auseinandersetzen, sondern auch mal meine Fühler nach neuen Weltraum-Abenteuern auszustrecken. Mit Illuminae von Jay Kristoff und Amie Kaufman hatte das auch schon ganz gut geklappt! Nach zahlreichen positiven Reviews zu The Long Way to a Small, Angry Planet habe ich diesem dann auch eine Chance gegeben mich zu begeistern.

Klappentext

When Rosemary Harper joins the crew of the Wayfarer, she isn’t expecting much. The Wayfarer, a patched-up ship that’s seen better days, offers her everything she could possibly want: a small, quiet spot to call home for a while, adventure in far-off corners of the galaxy, and distance from her troubled past. The crew is a mishmash of species and personalities, from Sissix, the friendly reptillian pilot, to Kizzy and Jenks, the constantly sparring engineers who keep the ship running. Life on board is chaotic, but more or less peaceful—exactly what Rosemary wants.
Until the crew are offered the job of a lifetime: the chance to build a hyperspace tunnel to a distant planet. They’ll earn enough money to live comfortably for years… if they survive the long trip through war-torn interstellar space without endangering any of the fragile alliances that keep the galaxy peaceful. But Rosemary isn’t the only person on board with secrets to hide, and the crew will soon discover that space may be vast, but spaceships are very small indeed. (Quelle)

Ich habe leider den großen Fehler begangen und habe dieses Buch stückchenweise auf der 6 Minuten-Bahnfahrt zur Arbeit angefangen. Diese kurzen Zeitintervalle sind definitiv nicht genug um diesem Buch die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient hat. Aus diesem Grund ist es auch gleich vom Status des „Zwischendurch-Buchs“ befördert worden. Denn ganz ehrlich – so ein einzigartiges Buch bekommt man selten in die Finger.

In der Geschichte geht es ganz offensichtlich um eine Reise. Und wie es das Sprichwort schon sagt, ist die Reise in diesem Buch auch das Ziel. Das Buch lebt weniger von actiongeladenen Szenen, wie man sie zuerst von einem Sci-Fi-Buch erwarten würde, sondern allein von der Gruppendynamik und -konflikten. Das ist natürlich nicht als schlecht anzusehen – auf keinen Fall! Ich fand es wirklich sehr erfrischend die Entwicklung der Charaktere mitzuverfolgen.

Die Charaktere sind mit den unterschiedlichsten Rassen und ihren ganz eigenen Besonderheiten so einzigartig, wie sie nur sein können. Vom reptilienhaften Piloten, über den kleinwüchsigen menschlichen Techniker bis hin zum Navigatoren, der durch ein Virus eher ein „they“ als ein „he“ ist. Jede Rasse und jeder Charakter wird an einer Stelle der Geschichte in den Vordergrund gestellt, bekommt eine ganz ausgereifte Hintergrundstory und hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Niemand fühlte sich für mich wie eine Füllfigur an. Selbst die Nebencharaktere weisen eine unglaublich hohe Vielfalt auf. Es hat wirklich schon Spass gemacht einfach nur mehr über die einzelnen Charaktere zu erfahren und ihre Dialoge zu verfolgen.

Leider fühlt sich das Buch etwas episodenhaft an. Jeder Handlungsstrang scheint oft im jeweiligen Kapitel in sich abgehandelt zu sein, so sind manche Kapitel oft nur 6 Minuten, andere ganze 45 Minuten lang – je nachdem wie schnell das behandelte Thema des Kapitels zu Ende geführt werden kann. Das führt leider dazu, dass bis auf den übergreifenden Plot von der Reise zum Zielplaneten die weiteren Ereignisse oft ohne weitgehende Konsequenz bleiben. Spätestens mit den Nachwirkungen eines Events im Folgekapitel ist ein Thema abgehandelt und es geht zum nächsten über. Es hätte somit echt gut als eine Serienvorlage gedient, mich hat es als Buch jedoch ein bisschen gestört.

Verpackt in den einzelnen Episoden sind außerdem die verschiedensten tiefergehenden Fragen – künstliche Intelligenz, Identität, Tradition, Sterberecht und so viele mehr, die einem zum Denken anregen sollen. Ist es künstlicher Intelligenz möglich zu lieben? Wie menschlich ist eine künstliche Intelligenz? Darf man jemanden dazu zwingen gegen seine Werte zu handeln um sein Überleben zu sichern?

Das Thema künstliche Intelligenz wird anscheinend im zweiten Teil A Closed and Common Orbit noch einmal aufgegriffen. Das zweite Buch baut zwar auf dem ersten Band auf, kann aber auch einzeln betrachtet werden. So kann auch The Long Way to a Small, Angry Planet als alleinstehendes Werk angesehen werden.

Das Buch hat zu Recht viele Preise gewonnen. Es ist ein sehr erfrischendes Buch mit interessanten Charakteren und einer fantastischen Welt das viel zum Denken anregt. Für mich hätten etwas mehr Konsequenzen und weniger Episodenhaftigkeit nicht geschadet, aber nichtsdestotrotz war es auf jeden Fall ein Highlight, was man nicht verpasst haben sollte.

Fun Fact zum Schluss: Das Buch wurde ursprünglich über Kickstarter selbst publiziert. Zum Glück hat TOR es aufgenommen und es einem großen Publikum verfügbar gemacht. Ich hätte ungern auf diese Reise ins Universum verzichtet. Klare Leseempfehlung!

Meine Wertung

Erhältlich: Thalia* | Amazon*

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